wenn regentropfen eine geschichte erzählen
- jacky

- 2 days ago
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während ich da saß und der kerze dabei zusah, wie ihre flamme langsam erlosch, machten sich die regentropfen an meinem fenster bemerkbar. sie erzählten eine geschichte von allem, was sie versenkte und von dem, den sie neues leben schenkte. doch aus den einzelnen tropfen entwickelte sich ein ansturm - ein sturm, den man nachts über boxen abspielte, um besser einschlafen zu können. ein sturm, in dem der regen nicht aufhörte und die wolken sich nicht darum stritten, wer inmitten den lauteren ton erzeugte.
während ich am fenster saß und die regentropfen mir eine geschichte erzählten, dachte ich über vergangenes nach, über das, was war und das, was hätte sein können. genau wie die tropfen und der sturm - hinterfragte ich die folgen.
manchmal dachte ich darüber nach, ob der sturm jemals wirklich dafür gedacht war, vorbeizuziehen. vielleicht ist er kein vorübergehendes wetter, sondern ein zustand. einer, der kommt und bleibt. sich leise in den alltag zwingt, bis man kaum noch weiß, wie die stille eigentlich klingt. der regen spielt im hintergrund des lebens, zu etwas, das man nicht mehr hinterfragt, sondern hinnehmen muss.
es gibt momente, in denen man glaubt, der himmel müsse sich doch irgendwann erschöpfen. so viele tränen können nicht endlos fallen, so viele wolken nicht ewig tragen. doch der sturm belehrt einen eines besseren. er zeigt, dass es kein versprechen auf sonnenschein gibt, nur die hoffnung auf lichtblicke zwischen dem grauen was im himmel verweilt.
während ich weiter am fenster saß, sah ich zu, wie die tropfen ihre bahnen zogen, sich trennten und wieder verschwanden - wie meine gedanken. jeder einzelne klein, fast bedeutungslos und doch gemeinsam genug, um die sicht zu verzerren und alles dahinter in einem atemzug unscharf werden zu lassen.
der sturm draußen war ehrlich. er tat nicht so, als wäre er etwas anderes. er tobte, rauschte und drückte gegen die scheiben. der sturm in mir hingegen war leise. er flüsterte zweifel, erinnerungen und fragen, auf die ich keine antworten habe.
vielleicht ist genau das das schwerste; dass man diesen sturm nicht sehen kann. dass niemand die nassen kleider bemerkt oder den kalten wind spürt, der einen von innen durchzieht. man funktioniert, während es in einem unaufhörlich regnet. einen regenschirm mit licht, gabs nicht.
der regen reimt sich auf bleiben, das gehen auf schweigen.
am ende erzählen die regentropfen, die gegen dein fenster prasseln, auch nur eine weitere geschichte. eine von unzähligen. unter hundert regentropfen endet einer im stillen. eine geschichte - ist meine.

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