unerreichbarer morgen
- jacky

- May 8
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es beginnt wie ein traum aus bernstein und gold. ich erschaffe mir orangefarbene tagträume in der dunkelheit meines kopfes, um das kalte blau durch die hitze einer aufgehenden sonne zu ersetzen.
wie kleine momente kommen diese träume in schüben. es ist die dämmerung, die durch das indigo-schwarz bricht, in dem ich mich so lange versteckte. ein feuer, das in den hintersten ecken meiner gedanken beginnt und sich ausbreitet, bis alles in der farbe eines morgens getränkt ist, den ich noch gar nicht erreicht habe.
ich spüre die wärme auf meiner haut, ein sanfter schmerz aus licht, der mir sagt, dass die nacht endlich ausatmet. diese roten horizonte sind nicht nur träume - sie sind der herzschlag meiner geschichten, das durch die tinte pulsiert. ich ertrinke nicht mehr in der tiefe.
ich brenne jetzt ganz leise und warte darauf, dass der himmel endlich das feuer in meinem kopf einholt. das rot bittet nicht um erlaubnis. es kommt einfach. vielleicht ist das der moment, in dem ich aufhöre, mich an die dunkelheit anzupassen.
ich sehe zu, wie die ränder meiner zweifel dunkler werden. es riecht nach neubeginn, nach verbrannter angst und nach der sonne, die ich mir selbst versprochen habe. die welt da draußen weiß noch nichts von meinem feuer. sie schläft noch in ihrem blassen blau, während ich innerlich schon lichterloh in flammen stehe. das rot ist jetzt überall. sollte die sonne morgen wirklich aufgehen, wird sie mich nicht überraschen.
ich schließe die augen und lasse das rot die letzte lücke füllen.
ich bin nicht mehr die, die auf den morgen wartet.