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schlaflos pt.1

  • Writer: jacky
    jacky
  • Dec 11, 2025
  • 2 min read

lange habe ich nicht mehr geschlafen.

ich lag wach und dachte nach über dinge, die ich langsam vergaß.


wie es wohl meiner mutter geht, die ich lang nicht mehr sprach - ich wurde nicht gefragt.

einem menschen, den ich lang nicht mehr sah - wir verpassten uns - von der jazz bar bis hin zum treppenhaus.


mein kopf drehte sich von gedanken in offenen briefen, augen schließen war keine option.

die wahrnehmung ist im dunkeln ein symptom der gefahr.


wie es wohl der freundin geht, die so weit weg wohnt - weht bei ihr derselbe wind wie bei mir?

meinem besten freund - er beschäftigt sich, doch ich vermisse dich.


gedanken verließen meinen kopf nicht, sie wanderten vom bewusstsein ins unterbewusstsein, da, wo ich sie langsam vergaß, aber sie blieben da, nichts was ich übersah.


während die nacht sich immer länger streckte, deckte ich meine kalt gewordenen hände zu.

im review, warten sie, dass ich endlich eine entscheidung traf. doch ich traf keine. ich ließ die zeit vergehen, als könnte sie mir eine antwort geben und ließ es geschehen.


ich fragte mich, ob jemand gerade an mich denkt, so beiläufig wie ich an all die anderen.


worauf wartete ich - darauf dass ich endlich meine augen schließen konnte.

ich lag wach in einem bett, das mich nicht mehr trug. mein bezug wurde kalt - meine gedanken verloren sich.


ich drehte mich auf die seite, suchte eine bequemere version von mir, doch fand nur ein kissen, das nach gestern roch und eine decke auf mir, die nicht hinterfragte, ob ich frierte.


manchmal kam der gedanke - ich könnte einfach aufstehen, durch die stille gehen, die tür öffnen und die welt kurz überraschen. so tun, als hätte ich eine ahnung von dem was ich erlebe. doch draussen war es kälter und mein mut lag irgendwo unter dem bett, zwischen staub und erinnerungen, an die keiner mehr denkt.


also blieb ich liegen, hörte dem summen der heizung zu, dem leisen knacken der holzbalken und meinem eigenen herz, das schlug, als wollte es mich an etwas erinnern, dass ich längst verlernt hatte.


ich dachte an all die sätze, die ich nie gesagt habe und an die, die ich zu oft wiederholte. an die versprechen, die ich mir gab und ich fragte mich wieder, ob ruhe vielleicht nicht das schweigen nach außen ist, sondern das leiser werden im inneren.


ein zustand, den ich nur aus erzählungen kenne, wie einen ort, von dem alle sagen, er sei schön, aber schwer zu erreichen ist. irgendwann hob ich die hand, strich mit den fingern über mein eigenes gesicht - als könnte ich die müdigkeit einfach wegwischen, wie staub von einem spiegel, in den ich schon lange nicht mehr schaute. 


die nacht blieb lang und ich blieb wach.

 
 
 

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